Story

einmal handfest & bodenständig, bitte

engineer boots

Ich hab ganz sicher keinen Schuhtick. Was ich allerdings entwickeln könnte, wäre ein Stiefeltick. Stiefel sind toll. Richtige Stiefel meine ich. Bergstiefel, Motorradstiefel, Arbeitsstiefel – Schuhwerk das was verträgt, einen Dank dem passenden Gewicht am Boden hält und mit dem man was erleben kann. Bäume erklettern, über die Alpen laufen oder einfach nur mit heilen Knöcheln über das Freiburger Kopfsteinpflaster kommen. Nur die Suche nach dem passenden Modell ist nicht so einfach. Besonders weil Damenstiefel gerade auch nur zwei Extreme kennen: entweder haben sie so garkeine erkennbare Sohle, oder gleich einen 10cm Absatz. Beides nichts was mich besonders überzeugt. Ich such eher so das Modell “Bodenständig” in dem ich die kalte Jahreszeit überwintern kann, die auch im Sommer eine gute Figur machen und die mir Schlamm, Dreck und Schnee nicht übel nehmen.

boots

Vor ein paar Jahren hatte ich mal Pseudo-Motorradstiefel aus dem günstigen Schuhladen mit dem großen D. Ich habe sie geliebt, mehr oder weniger darin gewohnt und solange getragen, bis sie auseinander gefallen sind. Nur lässt man halt auf Kunstlederschuhe für 19,90 keine neue Sohle für wahrscheinlich viel mehr Geld drauf machen. Also gingen sie den Weg aller Konsumgüter und landeten in der Mülltonne. Ich war sauer. Hab mir geschworen, die nächsten Stiefel dieser Sorte werden von der langlebigeren Variante. Aus echtem Leder, mit richtigen Nähten und einer stabilen Sohle. Nur als ich dann geguckt habe was solche Stiefel kosten, war die Sache erstmal gegessen. Zu viel für mein schmales Studentenbudget. Ich fand zwar ein anderes Paar Stiefel, die auch sehr hübsch sind, aber es sind eben keine “Work Boots”.

festival

Irgendwann im Frühjahr diesen Jahres erspähte ich dann obigen Stiefel in einem Freiburger Laden. Und seitdem stand ich immer mal wieder sabbernd vor dem Schaufenster. All die hübschen Damenstiefelchen, mit turmhohen Absätzen und allmöglichem Schnickschnack1 konnten mich nicht mehr locken. Der Stiefel meiner Träume.

Heute hab ich mich endlich mal reingetraut, nachdem ich vergeblich durch andere Schuhläden gestromert bin und trotzdem nix vergleichbares gefunden habe – und sie anprobiert. Und beim Preis einen Moment Sternchen gesehen2. Aber trotz Herrenstiefeltums: Hach. Liebe. Richtig schwere Stiefel aus echtem Leder – da hat man was am Fuss. Leider war mir 5 1/2 zu groß, und 5 hatten sie nicht vorrätig. Aber sie bestellen ihn mir, und ich hoffe er kommt bald. Der Herbst steht vor der Tür. Ich brauch ein paar anständige Stiefel! So als gestandene Steampunk-Luftschiff-Kapitänin braucht man doch was Ordentliches, und was passt da besser als ein Stiefel der für amerikanische Dampflokomotivführer erfunden wurde? Ich freu mich schon auf die Abenteuer die ich mit diesem Schuhwerk erleben werde.

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  1. Und für den gleichen hohen Preis []
  2. Ich hab mir zum Magister eine Aunts and Uncles Tasche aus echtem Leder und in exzellenter Verarbeitung gegönnt, und die war schon teuer. Aber die Stiefel kosten dann nochmal das Doppelte… Ugh []

hitzefrei

puppy

Ha, und dann kam er doch noch, der Sommer. Und mit steigenden Temperaturen sank meine Lust den Laptop anzufassen. Deswegen gab’s hier – Schande auf mein Haupt – so garnix zu lesen.
Was nicht heißt dass nichts passiert ist.

° So habe ich die autokorsoverursachende WM heil und ohne Nervenzusammenbruch überstanden und freu mich immernoch mit den Spaniern. Yay!

° Auf dem Balkon wuselten die Marienkäferlarven, vertilgten Blattläuse, verpuppten sich und wurden zu niedlichen kleinen Käfern. Thii.

° Ich beglückte mich selbst mit einem Rockridge Sound ELAV-4 iPod Dock, nachdem ich meine uralte Stereoanlage endgültig aussortiert habe. Und nun freue ich mich jeden Tag aufs Neue über diesen tollen Klang der aus dieser kleinen Kiste kommt.

° So generell realisiere ich gerade unglaublich langsam dass ich mir tatsächlich Dinge ohne Reue leisten kann und plane diverse seit gefühlten hundert Jahren aufgeschobene Investitionen.

° Bald sind die ersten 3 Monate Angestellten-Dasein vorbei, und ich fühl mich immernoch pudelwohl und rundherum glücklich. Mittlerweile komme ich auch nicht mehr völlig erschlagen heim1 und wenn ich mich heftig trete kriege ich mich auch noch dazu meinen Feierabend irgendwie zu gestalten. Mit jeder Woche wird es besser – aber wenn ich ehrlich bin, es gibt auch Momente in denen ich mir ganz doll meine viele Freizeit zurückwünsche. Demnächst werde ich wohl mal den Rotstift bei meinen vielen Interessen ansetzen müssen und entscheiden, was ich noch unterbringen kann, und was gehen muss. Denn soviel Zeit bleibt am Wochenende neben Freund und Haushalt auch nicht mehr. Fuuuuu.

So, und nun heißt es wieder: Schnell in den Sonneschein, den Sonntag genießen!

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  1. Außer es hatte den ganzen Tag 28°C im Büro []

kürzlich

Fussball mit Freunden

empty

soccer with friends

soccer with friends

Im CouCou mit lieben Freunden aus Stuttgart

boyfriend's meal with flower

crawdad

crawdad 2

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ich bin grade soooo sauer

Ich habe gemeinhin eine Engelsgeduld. Aber es gibt tatsächlich Leute, die können die überstrapazieren. Gerade habe ich Gelüste vor Wut über jemanden Speziellen in die Tischkante zu beißen, weil mir vor lauter Sprachlosigkeit über solch Dreistigkeit schlicht die Worte fehlen. Mir!!! fehlen Worte!!! Soweit sind wir schon.

Aber von Anfang an. Meine Vermieterin, eine Seele von Frau, aber leider noch naiver als ich, will seit Herbst die Wohnung verkaufen. Und gab sie an einen Makler-Bekannten. Besagter Makler ließ sich daraufhin 6 Monate, das ist immerhin ein halbes Jahr, nicht blicken. Dann, nach etwas Druck ihrerseits, schien er sich herabzulassen, die Wohnung doch an Mann oder Frau zu bringen. Und damit nimmt das Trauerspiel seinen Lauf.

Erster Akt/Termin. Ich – noch arbeitslos – wienere und poliere meine Wohnung 2 Tage lang auf Hochglanz. Kaufe sogar Tulpen, damit es nett ausschaut. Kaum lege ich den Putzlumpen nach vollbrachter Putzorgie beiseite, klingelt das Telefon, und mir wird eine halbe Stunde vor Termin abgesagt. Dachte ich mir nix bei, habe geputze Wohnung genossen.

Zweiter Akt/Termin. Ich – immernoch arbeitslos – putze schon nicht mehr ganz so enthusiastisch, aber immer noch auf Hochglanz. Wohnung glänzt, ich warte auf den Makler. Und warte. Und warte… und nachdem er eine Stunde nach Termin immernoch nicht aufgetaucht ist, rufe ich mal im Büro an. Keiner da. Schreibe Mail, und gehe außer Haus. Zwei Wochen später oder so entschuldigt sich seine Sekretärin bei mir. Von ihm nie ein Wort.

Dritter Akt/Termin. Ich räume das Notwendige auf, putze nicht auf Hochglanz. Anstatt ihm kommt immerhin pünktlich seine Sekretärin, die sich im Stockwerk irrt, und auch sonst nicht viel Ahnung hat. Kunden können Wohnung für ihre Zwecke aber eh nicht brauchen, weil zuviel Renovierungsbedarf. Wollten Ferienwohnung draus machen. Ferienwohnung. An der Sundgauallee1

Dann, längere Sendepause.

Vierter Akt/Termin. Ich bin mittlerweile voll berufstätig und habe nicht unglaublich viel Energie zum Putzen, mache die Wohnung aber trotzdem hübsch. Man will ja nicht als Ferkel dastehen. Der Meister persönlich taucht pünktlich auf, und irrt sich erstmal im Stock.2 Nachdem meine Geduld mittlerweile doch etwas strapaziert ist, räche ich mich, gemein, ich weiß, damit dass ich den potentiellen Käufern Horrorgeschichten erzähle. Die Sissi geht zu meiner Vermieterin3 heulen. Ich akzeptiere Sprechverbot.

Fünfter Akt/Termin. Mein Antrieb die Wohnung im bestmöglichen Zustand zu präsentieren ist gegen Null gesunken, nur die Selbstachtung nicht wie ein unordentlicher Mensch vor wildfremden Leuten dazustehen, lässt mich immerhin den Staubsauger schwingen und verirrte Unterwäsche einsammeln. Zudem musste ich dem Glunki auch noch hinterher telefonieren, weil er mir nämlich den Termin nicht bestätigt hatte. Und nach der Vorgeschichte war ich da dann doch skeptisch. Der Meister selber gibt sich allerdings wieder die Ehre, pünktlich. Wieder zuerst falscher Stock. Italienisches Paar, spricht nicht viel und fragt garnichts. Er redet vom Parkettboden und dass der Seepark ja nicht weit ist. Nach 5 Minuten sind sie wieder draußen. Zugegeben, für eine Einzimmerwohnung braucht man keine Stunden, aber ein bisschen mehr angucken würde ich mir ja nun schon. Aber ich hatte ja versprochen zu schweigen und lächle nur freundlich.

Sechster Akt, noch kein Termin. Diese Woche kam nun so eine nur aus Betreffzeile bestehende Emailterminanfrage, mit Tippfehler.4 Für Freitag, 18 Uhr. Mind you, ich arbeite die ganze Woche, ich habe KEINE Lust unter der Woche zu putzen und mach das Samstags. Wie wahrscheinlich die große Mehrheit aller Berufstätigen auch. Ich habe zero Lust wegen 5 Minuten Wohnunggucken nach Hause zu stressen, Wäscheberge zu verräumen, abzuwaschen und zu staubsaugen. Antworte, dass Freitag generell schlecht ist und Montag besser. Ich bekam eine Email zurück, bei der es mir dann zum ersten Mal die Sprache verschlagen hat. “Warum ist Freitag schlecht?” Muss ich jetzt begründen warum ich nicht kann? Geht den das was an? Muss ich Maklern Rechenschaft über mein Leben abgeben? Ich habe dann beschlossen, die Email nicht zu beantworten.

Dann kam heute nachmittag eine, von wegen da ich die Email ja nicht beantwortet hätte, er nun davon ausgeht dass der Termin steht. Ahja. Da ist mir dann echt der Faden gerissen, ich geb’s zu und ich habe eine sehr unfreundliche Email zurückgeschrieben wie er darauf komme. Hatte ja in der ersten Mail geschrieben, dass Freitag nicht so toll sei. Und ich ihm auch in keiner Weise darüber Auskunft geben muss, warum ich nicht kann, aber ich kann halt nicht. Ich hätte ihm gerne noch diverse andere Unfreundlichkeiten an den Kopf geknallt, und er kann von Glück reden dass ich meine Vermieterin nicht erreicht habe.

Darauf kam dann die Antwort, dass er sich fragt warum ich Ihm und meiner Vermieterin gegenüber so eine Politik fahren würde. Und warum ich mich nicht normal an die Kommunikation halten würde.

Ich frage mich gerade, ob ICH schief gewickelt bin, oder der. Solange ich nicht gearbeitet habe, konnte hier jeder kommen und gehen wie er wollte, meine Vermieterin, die Handwerker für die Fenster, auch er. Ich habe nie einen Termin abgesagt, verschoben oder ähnliches. Im Gegenteil, ich stand eigentlich immer Gewehr bei Fuss. Wie gesagt, ich bin ein geduldiger Mensch, aber von jemandem der mich versetzt, Termine kurzfristigst absagt und sich vorallem ein HALBES Jahr Zeit lässt bevor er sich überhaupt blicken lässt, muss ich mir sowas, glaube ich, nicht gefallen lassen. Vorallem weil ich dank meiner Mutter, einer exzellenten und sehr erfolgreichen Maklerin durchaus weiß, dass man mit seinen Kunden einfach nicht so umgeht. Ich weiß auch, dass ich ihn in die Wohnung lassen muss… aber meine Lust darauf sinkt sekündlich.

Und nun geh ich schlafen, viel zu spät, aber die Wut musste wohin. Ich hoffe ihr hattet wenigstens was zu lachen. ;-)

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  1. Für alle nicht Freiburger – das ist eine große, vielbefahrene, 4-spurige Hauptstraße mit der am häufigsten fahrenden Tramlinie… aka NICHT ruhig und idyllisch. []
  2. Mittlerweile habe ich festgestellt dass die Wohnung auch mit dem falschen Stock auf seiner Webseite steht… []
  3. Ich habe an sich ein gutes Verhältnis zu meiner Vermieterin. []
  4. Ich bin bei sowas picky. Sehr picky. []

vom leben, arbeiten und…

… der Unmöglichkeit Blogpost zu schreiben.

a) Lustigerweise fühle ich mich wesentlich unwohler, wenn Leute die ich nur ein bisschen kenne1 mein Blog finden und lesen, als wenn das Wildfremde tun.

b) Wenn man den ganzen Tag Texte formuliert, hat man Abends nicht unbedingt Lust auch noch ergiebige Prosa ins Blog zu gießen. Überlege gerade zu 5 Satz Posts zu wechseln.

c) Oder hier gleich ganz zuzumachen…

d) Im übrigen bin ich allergisch auf Autokorsos… die nächtlichen. Welcher Sirmel hat zwei von drei deutschen Gruppenspielen auf halb 9 gelegt. Warum warum warum? Ich brauch doch meinen Schlaf… und alle die hier früher aufstehen als ich auch.

e) A propos Aufstehen… Ich bin zu meinem großen Erstaunen mittlerweile ein ausgeprägter Morgenmensch und schon um 8 im Büro. Und Frühstücken geht mittlerweile auch – der Bauch hat sich wieder ans frühe Aufstehen gewöhnt, zum Glück.

f) Und ich habe noch was tolles Neues über mich gelernt: Es ist erstaunlich was für einen Unterschied 8, 7 oder 6 Stunden Schlaf machen. Was gute Laune, Leistungsfähigkeit und Frustrationstoleranz angeht. Ich bin schlagartig zu einem sehr vernünftigen Menschen mutiert, und bin immer spätestens um 11 im Bett. Weil 7 Stunden sollten es schon sein, aber am besten funktioniere ich mit 8.

Und genau das werde ich jetzt auch tun. Ins Bett gehen meinte ich. Sollten mich die Fussballbekloppten denn schlafen lassen. Ich bau mir bald ne Blumentopfschleuder.

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  1. z.B. Arbeitskollegen []