05/12/2017 um 06:00

Für und Wider des Artikel im Voraus planen

Abgelegt unter: Distracted by the Shiny

Wie soll das eigentlich gehen, das mit dem Content und der Zeit und der Arbeit? Wenn man 40 Stunden in der Woche arbeitet, dann bleibt nicht mehr so wahnsinnig viel Zeit und schon gleich gar keine Energie mehr übrig, um sich auch noch um das Blog zu kümmern. Wenn man ein bisschen googelt, dann findet man immer den tollen Tipp, sich doch einen Redaktionskalender zuzulegen, und Artikel im Voraus zu schreiben. Das bedeutet aber auch, dass man vorher wissen muss, was man eigentlich schreiben will – und da hakte es bei mir bisher. Ich bin ein sehr spontaner Mensch und mir Inhalte Wochen vorher zu überlegen fällt mir schwer, außer ich schreibe eine Geschichte. Allerdings ist die Vorstellung verlockend, nicht panisch dazusitzen und sich ein Blogpost für den nächsten Tag aus den Fingern zu saugen, weil man ja seine Leserschaft nicht enttäuschen möchte.

Wenn man nicht viel Zeit hat und auch noch andere kreative Dinge tun möchte, ist eine gute Planung noch aus anderen Gründen von Vorteil. Zum Einen kann man dann einen Schwung Artikel in einem Rutsch Schreiben und diese eintakten, zum Anderen spart man Zeit weil man nicht erst überlegen muss was man denn heute erzählen will. Aber wie plant man denn nun? Ich habe mir zu erst überlegt, wieviele Blogposts ich denn im Jahr schreiben möchte. Dann habe ich diese Zahl durch die Anzahl an Themen über die ich regelmäßig schreiben möchte geteilt. So wusste ich grob wieviele Artikel pro Thema etwa zu schreiben sind. Das waren gar nicht mal so viele, das hat schonmal Mut gemacht (1). Für jedes Thema habe ich mir eine Liste in meinem Bullet Journal mit Artikelideen angelegt, diese werde ich weiter füttern wenn mir noch mehr Einfälle kommen. Aber so hatte ich schonmal einen Grundstock mit dem ich planen konnte.

Mit diesem Grundstock an Ideen habe ich dann erstmal den nächsten Monat geplant. Das ganze Jahr vorzuplanen macht nicht wirklich Sinn. Ich bin zwar jemand, der am liebsten alles bis zur letzten Sekunde durchplanen möchte, aber mittlerweile habe ich gelernt dass ich mir damit keinen Gefallen tue (2). Außerdem hat das Leben meistens auch noch Pläne von denen man noch gar nichts weiß (3). So habe ich noch Luft um um andere Termine herumzuplanen. Schließlich schreiben sich die Artikel nicht von alleine, und die Zeit dafür muss ich ja auch finden. Mit den angedachten Artikeln im Kalender kann ich jetzt arbeiten, in dem ich mir schonmal grob Gedanken mache, was drin stehen soll. Wenn ich gerade Zeit haben sollte und die Muse mich küsst, schreibe ich auch schon mal ganze Absätze vor. Aber ich habe nicht mehr den Druck mir einen tollen Artikel aus dem Handgelenk schütteln zu müssen. Dass ist nämlich ein weiterer Vorteil von Planung: Man kann Sachen besser durchdenken und hat wirklich Zeit dafür. Man hat auch mehr Zeit um zum Beispiel noch Fotos oder andere Illustrationen für den Artikel zu suchen oder sogar selber herzustellen.

Ich wehre mich innerlich trotzdem immer noch gegen dieses völlig unspontane Schreiben. Schließlich waren Blogs einmal Orte an denen man öffentlich Tagebuch geführt hat und keine geplanten Magazine. Sie wurden persönlich, unstrukturiert, und nicht mit einer potentiellen Leserschaft im Hinterkopf geschrieben. Aber die Zeiten ändern sich, und bei der heutigen Informationsflut muss man, wenn man denn gelesen werden will, sich anpassen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich auch nicht mehr so viel Zeit habe wie das damals während meines Studiums der Fall war. Content planen hat also viel mit Zeitökonomie zu tun. Es nimmt Rücksicht auf meine Zeit und auf die des Lesers, denn der kann sich darauf einstellen wann er auf himmelskratzer.de etwas Neues (und hoffentlich Spannendes) zu lesen bekommt. Wenn jeden Dienstag ein neuer Artikel
online geht, dann vermittelt dass Verlässlichkeit und man gewinnt regelmäßige Leser.

Und weil ich ja sehr für Transparenz bin, gestehe ich auch, dass dieser Artikel tatsächlich erst am Abend vorher entstanden ist, weil in den letzten Wochen mein Leben andere Pläne mit mir hatte. Das ist dann wahrscheinlich die Ironie von Theorie und Praxis. Außerdem habe ich diesen ganzen Artikel meinem Computer diktiert und mich nur ein kleines bisschen doof dabei gefühlt. Allerdings ist diese Spracherkennungsfunktion schon beeindruckend. Der Mac und ich kämpfen zwar noch ein bisschen mit der willkürlichen Groß- und Kleinschreibung, aber ansonsten hat das wirklich gut funktioniert. Hurra, wir leben in der Zukunft.

(1) Ich weiß jetzt, dass ich in den nächsten 12 Monaten doch nur 7 Bücher lesen muss, wenn ich regelmäßig Buchrezensionen veröffentlichen will. Das sollte ich hinkriegen.
(2) Alles durchzuplanen ist eine hervorragende Strategie, wenn man sich selbst unnötig Druck machen möchte; sich ständig darüber ärgern will, dass man seine Ziele nicht erreicht; oder man die Autobahn zum Burnout sucht.
(3) Ich hatte mein kaputtes Handgelenk jedenfalls nicht geplant oder auf dem Schirm.

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