21/11/2017 um 06:00

Bullet Journal vs Familienplaner

Abgelegt unter: Distracted by the Shiny

Herbst ist für mich die Zeit, in der ich mich gerne neu sortiere. Das mag daran liegen, dass Sommer für mich in der Regel eine sehr anstrengende Zeit ist, und ich im Herbst erst wieder an Oberfläche komme und durchatmen kann. Und dann gehe ich natürlich über die Bücher und sehe, welche von meinen Projekten und Ideen noch Leben in sich haben, welche ich besser beerdige und oh mein Gott, wie sieht eigentlich die Wohnung aus?

Ich bin jemand, der braucht einen Plan. Mit Plan fühle ich mich einfach besser. Das mag an meinem Hirn und seinem ständigen Beschuss an Ideen liegen, aber wenn ich Dinge nicht aufgeschrieben habe, passieren sie einfach nicht. Langsam werde ich auch besser darin, mir nicht zuviel auf’s Mal aufzuladen und dann prompt auszubrennen, sondern die Tasks breiter zu verteilen. Das ist wieder so ein “instant gratification”-Ding, das ich ja schon hier bei der Motivation und den Langzeitprojekten erwähnt habe.

2015 und 2016 habe ich ein Bullet Journal geführt. Und Bullet Journals sind ein hervorragendes Instrument zum Planen, plus man hat völlig Freiheit über die Funktionalität. Man kann gleichzeitig Tagebuch führen. Und tausend andere völlig individuelle Dinge damit tun. Notizbücher sind geduldig. Was man damit allerdings nur schlecht kann, ist zukünftige Ereignisse planen. Außer man malt sich eben einen kompletten Kalender hinein. Und sie kosten, wenn man sehr komplizierte Layouts malt, auch ganz schön viel Zeit. 2017 gab es kein Bullet Journal, aber leider auch keinen Ersatz, und in Konsequenz eierte ich das ganze Jahr sehr unorganisiert herum. Dann habe ich die Klarheit entdeckt, und die sagte mir vom Konzept her erst mal zu. War ein bisschen wie ein Bullet Journal, ich mochte die Wochenansicht und dass man das Datum selber eintragen konnte. Und ich sparte Zeit, weil ich nicht erst vormalen musste. Letztlich wurde ich damit aber auch nicht warm. Mir fehlte eine Monatsübersicht. Ich brauche auch keinen Motivationscoach in Kalenderform. Die Klarheit darf in Zukunft sich im Büro ausleben, da passt sie ganz gut hin.

Wir haben dieses Jahr zum ersten Mal einen dieser Familien-Wandkalender ausprobiert, und das Prinzip fand ich ganz gut. Eine Spalte für mich, eine Spalte für ihn, und eine Spalte für Sonstiges. Sowas wollte ich für mich und meine Projekte. Ohne Vormalen. Und bitte für das ganze Jahr. Also habe ich mir so eine Allzweckwaffe für Mütter besorgt. Natürlich kam das Ding mit ganz viel Schnickeldi in Form von Aufklebern, und monatlicher Budgetplanung, und was haste nicht alles gesehen, aber mir ging es primär um die Kalenderfunktion, und die sieben Spalten. Jetzt habe ich eine für Termine, eine für Selfcare (1), eine für die Rocket Sisters, eine für meinen Mann, damit ich weiß wo der sich in der Woche rumtreibt, eine für den Grafikdesign-Kurs und eine für Random To-dos, die mir so einfallen. Bleibt noch eine in Reserve. Bisher hat sich das bewährt, ich habe meine unterschiedlichen Projekte gut im Griff, fühle mich nicht verfranst und kann zum Beispiel für Februar schonmal vormerken, dass mein Personalausweis abläuft. Mein Bullet Journal habe ich allerdings auch noch: Da kommen all die Ideen und Sachen rein, für die eine leere, weiße Seite immer noch das beste Medium ist.

(1) Ja, ich muss es mir in den Kalender schreiben, dass ich mir auch mal was Gutes tue.

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