Eyecandy: Office Duty

20130427-121638.jpg

Polyvore Set

Nate pfiff anerkennend durch die Zähne, als Adelie in aller Eile und noch in der Bürouniform das Cockpit betrat, doch er erntete nur einen genervten Blick. “Oberst Kravelski bringt mich noch einmal ins Grab!” Stöhnend ließ sich die Baroness in ihren Pilotensessel fallen, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass der blaue Rock verknittern könnte. “Er hat wirklich die Nerven, mich den ganzen Tag durch irgendwelche Meetings zu scheuchen, obwohl er genau weiß, dass wir heute abend noch abfliegen.” Genervt nestelte sie mit einer Hand an ihrem Halstuch, während sie mit der anderen die Koordinaten auf der Konsole aufrief. Durch die von ihrem Ersten Offizier entworfene Route scrollend, entledigte sie sich der weichen Uniformjacke, die zwar schön anzusehen war, aber doch erheblich die Bewegungsfreiheit einschränkte. Sie fiel die achtlos neben ihr zu Boden. “Das schaut gut aus, Leutnant Havisham, ist so akzeptiert.” grinste sie ihren Copiloten an. “Dann wollen wir doch mal sehen, ob wir dieses Baby auch in Ballerinas fliegen können. Anfrage für Take off in 5 Minuten stellen. ” “Dankeschön, Commander.” Nate drückte den Comm-Knopf und erbat die Freigabe für den Abflug. Adelie griff nach den Sicherheitsgurten und ließ die letzten Checks laufen. “Freigabe erteilt, Korridor 23 ist unser.” kam die Rückkopplung von Nate. “Na dann…” Adelie griff nach dem Mikrofon. “Guten Abend meine Damen und Herren, hier spricht Ihr Kapitän…”

Inspiration Station: Figure Sketch

20130520-185627.jpg

Figure Sketch by *steve-burg on deviantART

Die geplante Route wurde durch das spontan aufgetretene Meteoritenfeld blockiert. Aber sie mussten unbedingt rechtzeitig Emerald One erreichen, andernfalls würde das Unobtanium beginnen zu zerfallen, und das Leben der gesamten Besatzung auf’s Spiel setzen. Commander Klaiber betrachtete nachdenklich die Sternenkarte, auf der Suche nach einem Ausweg aus der Misere.

Autor an schwarzes Loch… bitte melden

Ich bin in Woche 20 dieses leicht bescheuerten Projektes, und tatsächlich nur 4 Geschichten im Verzug. Insofern bin ich erfolgreicher gewesen, als ich mir jemals zugetraut hätte. Aber wie das mit Langzeitprojekten so ist – im Lauf der Zeit bemerkt man die Unzulänglichkeiten im Plan, oder Dinge entwickeln sich in Richtungen, die man so nicht vorhergesehen hat.

Zeit
Es ist nicht so, dass ich nicht Zeit zum Schreiben hätte. Aber die Sorte Zeit mit der das am Besten geht, die ist Mangelware. Schreiben ist eine sehr assoziale Art, meine Zeit zu verbringen, denn ich brauche dazu absolute, ungestörte Ruhe. Und die habe ich nur sehr begrenzt, ich lebe ja nicht allein. Und wenn ich alleine bin, dann ist die Muse nicht immer willig. Zum Beispiel ist nach acht Stunden Broterwerb das Hirn meistens eher tot, daran ändert auch das Wissen genau JETZT eine Stunde Einsamkeit zum Schreiben zu haben, nichts. Ich könnte natürlich sehr viel früher aufstehen, und in den Morgenstunden, wenn der Rest Welt noch schläft, meine Zeilen zu Papier bringen. Aber ganz ehrlich? Nee. Da stehen Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis zu einander. Und dann ist da noch der Fakt, dass ich tatsächlich noch andere Hobbies habe, gelegentlich meine Freunde sehen will und gewisse andere Verpflichtungen mich ebenfalls beanpruchen. Das alles grundsätzlich für das Schreiben zurückzustellen, wäre zwar machbar, aber ich dadurch sicher kein glücklicherer Mensch.

Qualität
Erfreulicherweise habe ich durch dieses Projekt einen ganzen Kosmos in mir entdeckt. Was vor Jahren mit einer einzelnen Steampunk-Piratin anfing, hat sich in futuristische Raumschiffe und Raumstationen entwickelt, mit Planeten und Antagonisten und ich hab keine Ahnung was sich da noch so alles versteckt. Innerhalb einer Woche diese Welten zu entdecken, mit den oben genannten Zeitlimitationen zu Papier zu bringen und am Sonntag zu veröffentlichen, ist durchaus möglich. Aber ich bin mit der Qualität nicht zufrieden. Man schneidet sich als Autor ja doch nur ins eigene Fleisch, wenn man etwas veröffentlicht, was de facto nur eine grobe Skizze ist. Ich weiß, ich kann das besser. Vielschichtiger. Und vor allem: Spannender.

Prozess
Schreiben ist für mich das Übersetzen von Bildern in meinem Kopf in Worte. Meistens beschreiben diese Worte nur sehr unzulänglich das, was ich “sehe”. Und erschwerend kommt noch hinzu, dass an manchen Tagen die Muse nur Englisch mit mir spricht und an anderen Tagen ein buntes Kauderwelsch aus Deutsch und Englisch. Das heißt, zu dem Bild-Wort-Übersetzungsprozess kommt auch noch ein tatsächlicher Sprach-Übersetzungsprozess, und ich fürchte, dass oft genug meine Grammatik darunter leidet.

Nächstes Problem: Eine Geschichte ist, sollte sie denn lesbar sein, in irgendeiner Form linear aufgebaut. Nur leider “erscheinen” mir Geschichten nicht genau so linear, so dass ich sie “einfach” runterschreiben könnte. Meistens habe ich irgendeine Szene vor mir, ohne Anfang, ohne Schluss, ohne Handlung. Darum herum kann ich mir dann noch was stricken. Das funktioniert mal gut, mal weniger gut. Einfacher ist es, erstmal alle Schnipsel zu sammeln, und dann was Lineares draus zu basteln. Dumm wenn man nur eine Woche Zeit dafür hat.

Und dann ist da noch das tatsächliche Schreiben selbst. Irgendwie geht das Bild-Wort-Übersetzen dreimal so schnell, wenn ich mit einem Stift auf totem Baum herumkritzel, als wenn ich an einem Bildschirm mit Tastatur sitze. Also erst vom Kopf auf das Papier, und dann vom Papier in den Computer. Vorteil: man editiert gleich mit. Nachteil: Zeit. Problematik dabei: siehe oben.

Social Media Zirkus
Als ich vor 10 Jahren mit dem Dinge ins Internet schreiben begonnen habe, war die Konkurrenz bei weitem nicht so groß. Heute ist Leser finden und von denen auch noch eine Reaktion zu bekommen, ein Vollzeitjob ganz für sich allein. Meine gekränkte Eitelkeit ist gerade sehr beleidigt, nach wochenlangem Freizeitstress trotzdem nur 6 Kommentare auf der Haben-Seite verbuchen zu können. Noch nichtmal “Oh mein Gott, was für gequirlte Kacke schreibst du da eigentlich”-Hater-Kommentare konnte ich provozieren. Irgendwann verließen mich dann sogar die Spambots. Nichts gibt einem ein größerer Loser-Gefühl, als nicht mal mehr Spam für unechte Louis Vuiton Taschen zu bekommen.

Flinte ins Korn werfen?
Natürlich nicht. Deadlines haben nicht nur negative Seiten, sondern auch die formidable Eigenschaft, Druck zu machen, sich hinzusetzen und tatsächlich Worte zu schreiben. Neues Ziel: mindestens alle zwei Wochen eine neue Geschichte veröffentlichen. Und die 52 Geschichten in einem Jahr? Ich habe beschlossen, solange weiter Emerald One Geschichten zu schreiben, wie mir welche einfallen. Das können durchaus auch mehr als 52 sein. Aber die 52 werden wahrscheinlich nicht alle bis Dezember das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Der Zug tuckert hier also weiter, aber nicht mehr ganz so schnell wie vorher. Und in der Zwischenzeit würde ich mich über Streicheleinheiten von meinen drei Lesern freuen… ich brauch’s grad ein bisschen. :-(

15 – Ein Reptil und ein Piano

Nichts hörte sich besser an für Adelie, als das leise “Pfumb”, mit dem sich die Tür ihres Apartments nach einem langen Arbeitstag hinter ihr schloss. Zusammen mit ihrer Lederjacke hängte sie auch ihr Business Face an der Garderobe auf und tauschte die schweren Lederstiefel gegen ein paar bequeme Slipper. Noch bevor sie die 2 Stufen in ihr Wohnzimmer hinabgestiegen war, hatte sie die Haare aus ihrem Knoten befreit und fuhr sich mit beiden Händen durch die schweren Locken. “Ah, Wochenende! Hey, Moochie!” Sie machte ein zwitscherndes Geräusch. Continue reading

Emerald International – You asked for it

DeeDee Domingo was one of the brightest scientists on Emerald One. But her razorsharp intellect and vast knowledge of forest life down on Imion Beta couldn’t save her from falling prey to the hungry eyes of John Johnson, a waiter at the Blue Bayou. He was taken by her sleek black hair and sparkly green eyes as she was enjoying a Banana Split at Jimmy’s Maltshop, unfortunately all by herself. Soon she wished a trap door would swallow her, as he and his slimy compliments made it impossible for her to leave the place politely.

John Johnson saw himself as Emerald One’s Number One Casanova. It never crossed his mind that his attentions were unwanted, or the feelings not mutual. He simply assumed the girl in question “shy”. Poor DeeDee was trapped between him and a wall as he began fondling her knees. All her attempts in stopping him were in vain, as he wasn’t listening. But that would change in a minute.

John felt a rather strong tap on his shoulder and a voice said: “Sir, I think your attentions are not welcome.” Without looking, John answered: “Shove off, I saw her first. Get yourself another bird.” But the intruder didn’t budge. Another tap on the shoulder. “Sir, leave that lady alone.” Annoyed, John swung his swivel chair around. His eyes couldn’t quite believe in what they saw. Behind him stood not an obnoxious fellow man, but a strikingly beautiful woman. And a classy one, too. She had accessorized her plain blue dress with a white bolero jacket, simple pearl earrings and a hair-do coiffed to perfection. But her brown eyes were cold as steel and her ruby red lips a thin line. “Sir, I ask you one last time to leave that lady alone. She doesn’t want your attentions and looks very uneasy.” “And what will happen if I don’t leave her alone? Will you report me?” John never knew when it was time to retreat. The woman smiled a dangerous smile. “No. I have other means to teach you how to treat a lady.” “Oh really? Bombarding me with powder-puffs? Listen woman, why don’t you go home and bake some cookies. Or dust the shelves. You look like you’d enjoy doing these things.” He turned back to DeeDee and placed his hand on her thigh. “Now, pretty bird, where were we…”

The woman handed her purse over to a bystander. “I really don’t like doing this. You see, I don’t believe in violence – but you asked for it.” She swiveled the chair around again and introduced John’s jaw rather unexpectedly to her fist. “I said, ‘Leave that lady alone.’” Pushed, Johns back met the malt shop counter in a most painful way. His jaw was hurting. Forgetting his already slim stash of good manners, he charged at her, only to be greeted by a grip that took all his momentum and had him flying onto a table. The table, unaccustomed to such behaviour, promptly collapsed in shock. John’s head was a bit dizzy, but he still hadn’t come to his senses. Mad with rage he stared at that woman who barely had a wrinkle in her dress. He tried another attempt, and this time he got at least close… only to find his right arm twisted mercylessly behind his back.
“Listen Buster, I’m a trained soldier, a spaceship commander and on my period. You don’t have a chance. So, why don’t you apologize to the lady and go to charm school?” He tried to wiggle out of his predicament, but her grip just tightened even further. In fear of getting his shoulder joint dislocated, he finally agreed to apologize to DeeDee. After that rather embarassing incident he took the next shuttle out of Emerald One and never tried to look at a woman again.

“I’m terribly sorry for the mess, Jimmy.” Adelie smoothed some imaginary wrinkles out of her skirt and helped a shellshocked DeeDee out of her corner. “Oh, it’s alright, Baroness. I admire your elegant fighting style so much, it’s always a delight to witness it. Now, how about two Rootbeer Floats for the ladies? One for the shock, and one as a reward?”

Backstage Donnerstag: Das kannst du unmöglich schreiben!!

20130509-114643.jpg
I’ll miss sleeping beside you by ~wiredgear on deviantART

Das geht nicht, was werden denn die Leute dann von dir denken? Schreib was anderes, das will doch keiner lesen!!

So oder so ähnlich schimpft mein innerer Zensor oft mit mir. Besonders wenn die Muse wieder eine besonders romantische Phase hat. Am Sonntag habe ich aber auf Plot, Spannung und Science Fiction gepfiffen und einfach das produziert, was ich am liebsten schreibe: rosa Zuckerwatte.

Liebesgeschichten haben keinen besonders hohen literarischen Stellenwert, Männer fassen sie mit der Kneifzange nicht an (ich schätze daher kommt der geringe literarische Stellenwert – Dinge die Frauen toll finden können nicht gut sein…) und überhaupt, wer will schon mit Rosamunde Pilcher auf einer Stufe stehen, wenn tollere Dinge (Weltraum! Wissenschaft! Abenteuer!) auf einen warten? Lustigerweise ist aber “Rendezvous im Weltraum” die meistgelesene Geschichte von allen bisher veröffentlichten. Kann ich meinem Zensor also die Zunge rausstrecken. Offensichtlich wollen das doch Leute lesen, und was sie denken, werde ich nicht erfahren, denn die Kommentarfunktion ist bisher reichlich unbenutzt.

Werde ich also die Tagline erweitern: Weltraum! Wissenschaften! Abenteuer! Jetzt mit mehr Zuckerwatte!